Gedanken zum Sonntag / Kantate

Wer mag, kann sich ein Kreuz auf den Tisch oder in die Raummitte stellen und dazu eine oder mehrere Kerzen anzünden. Wenn mehrere Menschen zusammenkommen, ist es schön, wenn die Texte mit verteilten Rollen gelesen werden. Die Lieder kann man zusammen singen. Dabei kommt es nicht auf die richtigen Töne an, sondern auf die gemeinsame Freude dabei :o). Wenn Sie im Text dieses Zeichen (+) sehen, können Sie sich mit einem Kreuz bezeichnen („sich bekreuzigen“): die rechte Hand wird dazu von der Stirn zum Bauch und dann von der linken zur rechten Schulter geführt.
Die Bibeltexte sind der Lutherübersetzung entnommen, der Psalm und die Liedtexte dem Evangelischen Gesangbuch. Die Ausarbeitung und der Text der „Predigt“ sowie die Texte der „freien“ Gebete stammen von Pastor Karl-Martin Voget z.T. unter Verwendung von Texten der VELKD.

Das Orginal zum Download

Eröffnung mit dem Lied: Wie ein Wind, der leise weht

  1. Wie ein Wind, der leise weht, wie eine Welle kommt und geht, so kehrt auch dieser Tag mit Leid und Glück zu dem Herrn der Zeit zurück.
    Refrain: Im Frieden geborgen, von seiner Hand bewacht, führt er in ein neues Morgen und sicher durch die Nacht.
  2. Dessen Auge jeden steht, auch wenn er vor ihm flieht, den bitte ich um sein Vergebungswort, denn Jesus trug die Sünden fort.
  3. Ihm sei das Leid geklagt, das Menschen heute plagt, die stummen Schreie, die hier niemand zählt, hört er doch, der Herr der Welt.
  4. Dort, wo man tanzt und singt und wo es fröhlich klingt, schenk die Freude, die beständig ist, dass du die Deinen nicht vergisst.
  5. Und wen die Angst befällt, wenn er die Zukunft dieser Welt bedenkt, dem offenbare deine Macht schon mitten in der Nacht.
  6. Und wenn die letzte Dämmrung fällt, bricht bald herein die neue Welt, und endlich ist die letzte Nacht vorbei, damit es ewig Morgen sei.

Text und Melodie: Wolfgang Vorländer

Anmerkung: Eine Aufnahme zum Anhören gibt es im Internet unter https://www.youtube.com/watch?v=i1I0CDBtTlE

Einer: + Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes           und des Heiligen Geistes.                
Alle: Amen.

Einer: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
Alle: der Himmel und Erde gemacht hat.

E: Der Herr sei mit euch
Alle: und mit deinem Geist.

Evangelisches Gesangbuch Lied 100, Vers 1 + 4 + 5 (dazwischen: Psalm 98 im Anhang)

Gesang:   1) Wir wollen alle fröhlich sein

Gesang:   1) in dieser österlichen Zeit,

Gesang:   1) denn unser Heil hat Gott bereit'.

Gesang:   1) Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Gesang:   1) Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Einer:         Singet dem Herrn ein neues Lied,
                   denn er tut Wunder. 
Alle:           Er schafft Heil mit seiner Rechten
                   und mit seinem heiligen Arm.
                   Der Herr lässt sein Heil kundwerden;
                   vor den Völkern macht er
                   seine Gerechtigkeit offenbar.

Gesang:   4) Es singt der ganze Erdenkreis
Gesang:   1) dem Gottessohne Lob und Preis,
Gesang:   1) der uns erkauft das Paradeis.
Gesang:   1) Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gesang:   1) Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Einer:         Jauchzet dem Herrn, alle Welt,
                   singet, rühmet und lobet!
Alle:           Lobet den Herrn mit Harfen,
                   mit Harfen und mit Saitenspiel!
                   Mit Trompeten und Posaunen
                   jauchzet vor dem Herrn, dem König!

Gesang:   5) Des freu sich alle Christenheit
Gesang:   1) und lobe die Dreifaltigkeit
Gesang:   1) von nun an bis in Ewigkeit.
Gesang:   1) Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gesang:   1) Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Gesang:       Ehr sei dem Vater und dem Sohn
Gesang:   1) und dem Heiligen Geist,
Gesang:   1) wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
Gesang:   1) und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Gebet..

Schöpfer des Himmels und der Erde, dich preisen alle deine Werke. Wir bitten dich:
Lass uns nicht stumm bleiben unter deinen Geschöpfen, mache unser Leben zu einem Lobgesang auf deine wunderbare Macht und Güte. Erhöre uns um Jesu Christi willen, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Lukas 19, 37 - 40

Und als Jesus schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Nach der Verlesung:
Einer: Evangelium unseres Herrn Jesus Christus (gespr.)
Alle: Lob sei Dir, Christus! (gespr.)

Glaubensbekenntnis (Credo): EG 804

Liturg: Ich glaube an Gott,
Gemeide: den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen. zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.  Amen.

Lied: „Solange wir von dir Geschichten erzählen“

  1. Solange wir von dir Geschichten erzählen und teilen, was nicht zu erklären ist, können wir fragen, nie sicher sagen, wer du, Jesus bist.
  2. Solange wir der Liebe mutig vertrauen auch wenn sie rebellisch und maßlos ist, können wir fragen, nie sicher sagen, wie du, Jesus bist.
  3. Solange wir uns irren, suchen und ahnen, daß mit dir Unfaßbares möglich ist, können wir fragen, nie sicher sagen, wo du, Jesus bist."

Text: Susanne Brandt 2013
Musik: Matthias Kiemle 2013

Anmerkung: Eine Aufnahme zum Anhören dieses Liedes habe ich leider nicht gefunden

Auslegung („Predigt“) über Lukas 19, 37 - 40

Ich kenne Menschen, die können so „gut“ nicht singen, dass selbst ich als sicherer und erfahrener Sänger Schwierigkeiten habe, neben ihnen die Melodie zu halten.

Und ich erinnere mich an ein Gespräch am Tresen nach einem Schützenfestgottesdienst. Als ich die Männer augenzwinkernd ansprach: „So laut hätte ich euch gern vorhin im Gottesdienst singen gehört.“, da antworteten sie fast wie im Chor: „Das ist aber nicht unser vertrautes Repertoire.“

Dabei hat es auch jede Modernisierung kirchlicher Musik immer schwer gehabt: die Einführung des mehrstimmigen Gesangs, der wuchtige Klang der Orgel, das Singen zur Gitarre und natürlich das laute Hämmern der Schlagzeuge und E-Gitarren bei den Kirchenbands.

„Singe, wem Gesang gegeben“ (Ludwig Uhland) und „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder …. böse Menschen haben keine Lieder“ (Johann Gottfried Seume) sind sprichwörtliche Sätze geworden und werden gern zitiert, wenn einer es eben „nicht so richtig“ kann.

So entbehrt auch der Hinweis in der kirchlichen Agende (das ist die Ordnung für die Gottesdienste): „Wenn der Liturg nicht singen kann, möge er sprechen.“ sicher nicht einer konkreten Erfahrung der Verfasser.

All das aber wird nicht der Grund gewesen sein, warum die Pharisäer Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem zurecht wiesen. Vermutlich haben die Menschen genau so laut und falsch gesungen wie heute die Fußballfans, wenn sie nach dem Sieg ihrer Mannschaft durch die Straßen ziehen. Aber es sind nicht die „schrägen“ Töne. Daran stören sich die Geistlichen nicht, sondern der Inhalt der Lieder erregt ihren Ärger. Jesus wird gelobt und gepriesen als der Erlöser und Retter. Und das passte nicht zu „ihrer“ Theologie. Das brachte Unruhe in das feste Gefüge der alten Traditionen. Doch Jesus antwortet: „Wenn diese schwiegen, so würden die Steine schreien!“ Ja, er sagte: „schreien“. Diese Botschaft muss einfach raus, da geht es nicht um schön und wohlgesetzt. Wer das Buch oder in diesem Fall sogar besser noch den dazugehörigen Film „Ronja Räubertochter“ kennt, der kennt auch ihren Frühlingsschrei. Der muss einfach sein, weil sie sonst platzen würde.

Und ganz ehrlich: diese Gottesdienste mit Maske und dem Verbot des lauten Singens bringen mich langsam aber sicher auch zum Platzen. Ich habe noch nie dazu geneigt, leise und fast unhörbar in mein Gesangbuch zu flüstern, und manchen Menschen mag das auch irritieren. Aber ich habe mich daran gewöhnt, wenn bei den ersten Tönen die Köpfe herumfliegen und die Menschen den suchen, der da so unverschämt laut singt.

Die „Sänger“, die ich am Anfang erwähnt, lassen sich das Singen auch nicht verbieten. Wenn ich an meinen Freund Andi denke: den bekommt man nicht leise gestellt. Der singt und schreit seine Glaubens- und Lebenslieder so falsch wie laut heraus. Und das ist gut so. Natürlich braucht es auch manchmal die leisen Töne. Aber wir sollten aufpassen, dass wir nicht vor lauter Sorgfalt und Korrektheit irgendwann ganz verstummen. Bitte nicht falsch verstehen: so sehr es mich auch schmerzt – das augenblickliche Singverbot leuchtet mir ein und sollte auch unbedingt befolgt werden. Aber zu Hause in Eurer Wohnung dürft ihr. Und draußen im Wald, wo keiner in Eurer Nähe ist. Und wenn wir dann endlich auch wieder im Gottesdienst gemeinsam singen dürfen, dann will ich Euch alle hören mit Eurem Gotteslob, Eurem Jubel und Dank. Da sollen die Wände wackeln und die Fenster klirren, denn das Gotteslob lässt sich nicht einsperren. Und wenn wir es nicht tun, dann singen und schreien die Steine, aus denen die Kirche gebaut ist.

Bis dahin aber bin ich unendlich dankbar, dass wir Solisten haben, Menschen wie unser Kantorei-Ensemble, die den Tönen auch Worte geben, die das Gotteslob stellvertretend für uns zum Klingen bringen. Diese Klänge nehmen wir mit und gehen im wahrsten Sinne des Wortes beschwingt in die Woche.

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn ER tut Wunder. Jauchzt dem Herren, alle Welt. Amen!

Instrumental-Musik

Anmerkung: Man kann auch einfach nur einen Augenblick still sitzen und dem Text nachsinnen. Wer eine schöne Musik zum Anhören dafür sucht, dem empfehle ich dieses Stück von Daniel Morgner unter https://www.youtube.com/watch?v=ryXBJqpJ8Kk&t=50s.

Fürbittengebet  (aus Texten der VELKD) :

Mit schöner Stimme deine Wunder besingen, danach sehnen wir uns. Mit Freude das neue Leben feiern, das wünschen wir uns. Aber in diesen Tagen sind unsere Stimmen heiser und unsere Lieder sind voller Klage. Höre uns, ewiger Gott, und erbarme dich.

Höre die Klage der Trauernden. Höre unser Klagen über die Toten in Indien und Brasilien, über die Toten in unserer Nachbarschaft. Höre unser Klagen über den Schmerz der Kranken, über die Verzweiflung der Erschöpften. Du bist der Gott des Lebens, besiege du den Tod und verwandele unsere Klage in ein Lied. Erbarme dich.

Höre die heiseren Stimmen der Bedrängten. Höre die Stimmen aller, die ihrer Würde beraubt werden und aller, die auf Hilfe angewiesen sind. Höre die Stimmen derer, die sich nach Frieden sehnen und sich dem Hass verweigern. Du bist ein Gott der Gerechtigkeit, besiege du das Unrecht und sing mit den Erniedrigten von der Freiheit. Erbarme dich.

In der Stille sagen wir dir, was uns ganz persönlich auf dem Herzen liegt ...

  • G  E  B  E  T  S  S  T  I  L  L  E

Mit schöner Stimme deine Wunder besingen, danach sehnen wir uns. Höre die Lieder von Vertrauen und Hoffnung, die wir leise und hinter Masken singen. Höre die Lieder vom Glauben, die in den Herzen der Gläubigen wohnen. Höre die Lieder, die deine Schöpfung singt: die Vögel, die Steine, die Engel.
Du bist wunderbar, ewiger Gott, du verwandelst uns und deine Schöpfung durch Jesus Christus, unseren Herrn und Heiland – heute und alle Tage. In seinem Namen beten wir gemeinsam:
Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen:
Wenn mehrere Personen anwesend sind, können sie einander an den Händen fassen und nach dem Segen noch einen Augenblick so verhar­ren, bevor Sie das Schlusslied singen, dann die Hände wieder lösen und die Kerze(n) löschen.

Einer:   Der Friede Gottes sei mit uns allen.

Alle:   Gott sei ewiglich Dank.

Einer:   Der Herr segne uns und behüte uns.

       Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
       und sei uns gnädig.

       Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns
       (+) und gebe uns Frieden.   

Alle:   Amen.

Lied: „Komm, Herr, segne uns“

  1. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen, sondern überall uns zu dir bekennen. Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen. Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.
  2. Keiner kann allein Segen sich bewahren. Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen. Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen, Schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.
  3. Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden, Wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden. Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen -  die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.
  4. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen, Sondern überall uns zu dir bekennen. Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen. Lachen oder Weinen wird gesegnet sein. 

Text und Melodie: Dieter Trautwein 1978

Anmerkung: Eine sehr schöne Aufnahme zum Anhören gibt es im Internet unter https://www.youtube.com/watch?v=3ok5wqIln_8

Ihr Pastor Karl-Martin Voget.

 

Geistliche Angebote der Evangelischen Kirchen:

Eine Übersicht über Fernseh- und Radiogottesdienste finden Sie hier.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands schlägt einen Ablauf für einen Gottesdienst am Sonntagmorgen für zuhause oder unterwegs vor unter dem Titel: Gebet zum Glockenläuten am Sonntagmorgen.

Wer Twitter nutzt, kann sich unter Twomplet um 7 Uhr morgens und um 21 Uhr abends zu einer Gebetsgemeinschaft zusammenschließen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland lädt ein zum Balkonsingen. Jeden Abend um 19 Uhr mit dem Lied: Der Mond ist aufgegangen, Bewahre uns, Gott oder Gott hält die ganze Welt.