Gedanken zum Sonntag / Quasimodogeniti

Vorwort:Wer mag, kann sich ein Kreuz auf den Tisch oder in die Raummitte stellen und dazu eine oder mehrere Kerzen anzünden. Wenn mehrere Menschen zusammenkommen, ist es schön, wenn die Texte mit verteilten Rollen gelesen werden. Die Lieder kann man zusammen singen. Dabei kommt es nicht auf die richtigen Töne an, sondern auf die gemeinsame Freude dabei :o). Wenn Sie im Text dieses Zeichen (+) sehen, können Sie sich mit einem Kreuz bezeichnen („sich bekreuzigen“): die rechte Hand wird dazu von der Stirn zum Bauch und dann von der linken zur rechten Schulter geführt.
Die Bibeltexte sind der Lutherübersetzung entnommen, der Psalm und die Liedtexte dem Evangelischen Gesangbuch. Die Ausarbeitung und der Text der „Predigt“ sowie die Texte der „freien“ Gebete stammen von Pastor Karl-Martin Voget bis auf die Fürbitten* nach M. Meyer, Nachdenkliche Gebete, Göttingen 1988
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Gebet

Einer: Gott, wir haben deinen Sohn Jesus Christus nicht mit eigenen Augen gesehen und unsere Hände haben seinen Leib nicht berührt. Und doch wagen wir, an ihn zu glauben: Wir bitten dich, rüste uns aus mit deiner Kraft und sende uns deinen Geist, der uns in alle Wahrheit leitet. Das bitten wir durch ihn, unsern Herrn und Heiland, der mit Dir und dem Heiligen geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. 
Alle: Amen.

Einer: Wir hören die Worte des Heiligen Evangeliums, aufgeschrieben bei Johannes im 20. Kapitel (Vers 19 - 29):
Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich's nicht glauben. Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Glaubensbekenntnis:
Predigttext: Auslegung nach: Johannes 21, 1 - 14

Die Gnade Gottes und die Liebe Jesu Christi und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

Jetzt ist Ostern also vorbei. Wirklich? Im kirchlichen Kalender steht, dass die „österliche Freudenzeit“ mit dem Ostersonntag beginnt und dann mindestens bis Christi Himmelfahrt, eigentlich aber bis Pfingsten und wenn man es ganz genau nimmt ab dann für immer gilt. Aber wer kann sich schon immer nur freuen. Der Alltag kehrt doch ganz schnell ein. Und auch wenn wir uns heute vielleicht wirklich nach „Alltag“ sehnen, merken wir doch, dass uns die Feste und Feiern, das Treffen und miteinander essen und trinken, fehlen.

Die Jünger damals hatten eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle hinter sich. Jesus wurde verhaftet, starb am Kreuz, war dann doch wieder lebendig und sprach mit ihnen, ließ sich etwas zu essen geben. Und sie waren auf der einen Seite erfüllt von großer Freude, auf der anderen suchten sie die „Normalität“, das Vertraute. Sie waren total unsicher, wie sie mit dieser Situation umgehen sollten.

Also gingen sie fischen. Schließlich war das ihr erlernter Beruf. Das konnten sie, und da wussten sie immer, was zu tun war. Doch alle Routine nutzte nichts: die Netze blieben leer. Und an dieser Stelle merken wir, dass auch ihre Herzen und Sinne „leer“ waren. Die Auferstehungsbotschaft hatte sie so übervoll erfüllt, dass es am Ende zu viel des Guten war. Wir, aus unserer Distanz, haben gut Reden: Das muss denen doch bekannt vorgekommen sein! So hatten sie doch damals Jesus kennen gelernt!

Aber selbst als Jesus persönlich am Ufer erscheint und ihnen den gleichen Rat wie damals gab (werft die Netze auf der anderen Seite aus), klingelt es nicht bei ihnen. Erst als die Netze wieder zum Bersten voll sind, begreift wenigstens eine, was Sache ist. „Es ist der Herr!“ steckt er dem Simon, und der kann es plötzlich nicht mehr erwarten, bei Jesus zu sein.

Doch dann erschrickt er innerlich. Hatte er nicht Jesus verleugnet? Und bei all den Begegnungen nach der Auferstehung stand das immer noch zwischen ihnen. Es war nicht geklärt. Auch die anderen Männer wissen nicht so recht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Keine wagt zu fragen, obwohl es eigentlich alle wissen. Die Zeichen, die Handlungsweise, die Worte – alles spricht eine klare Sprache: das ist Jesus!

Und Jesus? Der lädt sie erst mal ein: Kommt, nehmt Platz. Lasst uns was essen.

Wie die Geschichte mit Petrus und Jesus weiterging, ist heute nicht Bestandteil des Predigttextes. Aber das kann man ja auch leicht nachlesen.

Für mich ist wichtig: Jesus begegnet uns im Alltag. Und er weiß ganz genau, dass uns auch unser Glaube und das, was wir mit ihm erleben, manchmal einfach überfordert. Und darum lädt er uns ein, den Alltag mit ihm zu teilen.

Vielleicht sprechen wir – wenn wir es nicht längst tun – vor dem nächsten Essen mal ein Dankgebet, laden ihn in unsere Runde ein. Er wird schon die richtigen Worte finden, um uns die Osterfreude auch im Alltag spüren zu lassen und uns zu sagen: Ich hab dich lieb! Amen.

Fürbitte* und Vater unser

Einer: Herr, wir glauben, hilf unserm Unglauben. Auf dich hoffen wir, stärke unser Vertrauen. In Liebe möchten wir leben, rühre uns an durch deine lebendige Liebe. Dich rufen wir an:
Alle: Herr, erbarme dich!

Einer: Öffne unser Augen, dass wir deine Wunder sehen. Wecke unsern Geist, dass wir erfahren, was du unter denen schaffst, die auf dich hoffen. Dich rufen wir an:
Alle: Herr, erbarme dich!

Einer: Gott bewahre uns, dass wir nicht falschen Mächten verfallen. Lass unsere Wünsche den Tag nicht verdunkeln, lass unsere Gedanken nichts Böses anrichten, lass unsere Worte niemandem wehtun, lass unser Verhalten keinem die Hoffnung raubt. Dich rufen wir an:
Alle: Herr, erbarme dich!

Einer: Vielmehr, hilf uns mit unserem Vorhaben und Tun Freude zu bringen und andere aufatmen zu lassen, soweit sie es vermögen. Gib, dass wir Aufmerksamkeit schenken, Hoffnung stiften, Zuversicht wecken. Dich rufen wir an:
Alle: Herr, erbarme dich!

Einer: Hindere uns, Türen zu verriegeln. Lehre uns zu warten, bis deine Zeit kommt; zuzuhören, was andere bewegt; zu schweigen, wo wir an Grenzen kommen; das rechte Wort zu sagen im passenden Augenblick. Dich rufen wir an:
Alle: Herr, erbarme dich!

Einer: Hilf uns mit deiner österlichen Kraft, damit Angst weichen kann, Misstrauen genommen und Abscheu unter uns überwunden werden. Lebendiger Gott umfange uns alle - Glückliche und Bedrückte, Lebende und Sterbende - mit deinem Leben. Dich rufen wir an:
Alle: Herr, erbarme dich!

Einer: In der Stille sagen wir dir, was uns ganz persönlich auf dem Herzen liegt …

             G  E  B  E  T  S  S  T  I  L  L  E

Einer: Du weißt alle unsere Gedanken, kennst unsere Sorgen und Nöte, weißt Rat und Hilfe für jeden. Dir vertrauen wir und loben dich, unseren Vater. Wir beten gemeinsam:
Alle: Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen
Wenn mehrere Personen anwesend sind, können sie einander an den Händen fassen und nach dem Segen noch einen Augenblick so verhar­ren, bevor Sie das Schlusslied singen, dann die Hände wieder lösen und die Kerze(n) löschen.

Einer:   Der Friede Gottes sei mit uns allen.

Alle:   Gott sei ewiglich Dank.

Einer:   Der Herr segne uns und behüte uns.

       Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
       und sei uns gnädig.

       Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns
       (+) und gebe uns Frieden.  

Alle:   Amen.

 

 

 

Geistliche Angebote der Evangelischen Kirchen:

Eine Übersicht über Fernseh- und Radiogottesdienste finden Sie hier.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands schlägt einen Ablauf für einen Gottesdienst am Sonntagmorgen für zuhause oder unterwegs vor unter dem Titel: Gebet zum Glockenläuten am Sonntagmorgen.

Wer Twitter nutzt, kann sich unter Twomplet um 7 Uhr morgens und um 21 Uhr abends zu einer Gebetsgemeinschaft zusammenschließen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland lädt ein zum Balkonsingen. Jeden Abend um 19 Uhr mit dem Lied: Der Mond ist aufgegangen, Bewahre uns, Gott oder Gott hält die ganze Welt.